Villa Puccini di Scornio

Villa Puccini di Scornio

Via Dalmazia 356. (Karte öffnen)

Beschreibung

Die Villa Puccini di Scornio, von den Pistoiesern „il villone“ genannt, die große Villa, ist der Landsitz der Familie Puccini aus dem 18. Jahrhundert, gleich vor den Toren Pistoias im Ortsteil Scornio: ein klassizistischer Palast mit Säulenloggia, freskierten Sälen und ringsum einem romantischen Park aus dem 19. Jahrhundert.

Die Villa ließ zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Arzt Tommaso Puccini nach Plänen von Francesco Maria Gatteschi errichten. Den Festsaal und die angrenzenden Räume schmückten die besten Florentiner Maler der Zeit, darunter Giovanni Domenico Ferretti, mit mythologischen Fresken.

Fast ein Jahrhundert später erhielt die Villa ihr bis heute erhaltenes klassizistisches Aussehen: Hinzu kamen die doppelläufige Freitreppe und die Loggia mit sechs Säulen, und Vorhalle und Saal wurden mit monochromen Malereien mythologischen Inhalts bereichert.

Die eigentliche Hauptfigur der Geschichte ist Niccolò Puccini, der zwischen 1825 und 1845 das umliegende Land in einen 123 Hektar großen Park verwandelte, mit zwei künstlichen Seen und einer Reihe von Statuen und Denkmälern für große Italiener.

Da gab es Dante, Michelangelo, Francesco Ferrucci, eine Statue der Weisheit, eine Exedra für Galilei, einen pythagoreischen Tempel und ein „Pantheon der berühmten Männer“ mit ionischen Säulen. Auch ein Kirchlein im gotischen Stil und eine mittelalterliche Burg im Kleinformat fehlten nicht.

Die Idee war, die Spaziergänger zu bilden und die Freude der Augen mit der an den Ideen zu verbinden. Im Sommer öffnete sich der Park für alle zur Festa delle Spighe, dem Ährenfest, mit alten Fruchtbarkeitsriten für die Felder, Prozessionen, Wettkämpfen und Spielen.

In den ehemaligen Stallungen ließ Niccolò Szenen aus dem Leben von Künstlern und Persönlichkeiten der Florentiner Renaissance malen: Dort trafen sich Literaten und Patrioten, die die Toskana des 19. Jahrhunderts prägten.

Nach seinem Tod 1852 wurde sein Besitz versteigert und das Anwesen aufgeteilt. Seit 1984 gehört die Villa der Stadt, die hier die Musik- und Tanzschule „T. Mabellini“ untergebracht hat. Vom historischen Park sind große Bäume und mehrere Denkmäler geblieben, viele davon in schlechtem Zustand.